Insgesamt 28 IG Metall-Kolleg*innen, Vertrauensleute und Betriebsratsmitglieder aus verschiedenen VW-Werken haben die Initiative ergriffen und folgende Erklärung verfasst: “Wir IGM – Kolleginnen und Kollegen bei VW schauen mit großer Sorge auf die weltweite Aufrüstung und zunehmende Kriege. In Deutschland werden bereits erste Werke zur Umstellung auf Rüstungsproduktion gesucht. Wer uns damit Arbeitsplätze verspricht, versucht auf üble Weise, die Existenzängste der Belegschaften in der Autoindustrie auszunutzen. Aufrüstung sichert nicht den Frieden, sondern bereitet Kriege vor. Wenn die Regierung einen „Notstand“ ausruft, wird das Streikrecht beschnitten, gibt es Arbeitsverpflichtung und Anordnungen zu extremer Arbeitszeitausdehnung.
Im „Kriegsfall“ kommt laut „Arbeitssicherstellungsgesetz” (ASG) eine Zwangsverpflichtung unter Androhung von Gefängnis für sogenannte Spezialisten aller Berufsgruppen hinzu. In den Schützengräben der Welt sterben Menschen wie du und ich nicht für höhere Werte, sondern für die Interessen großer Kapitaleigner.
Die Rüstungsindustrie jubelt über explodierende Gewinne. Die Wiederaktivierung der Wehrpflicht ist in Vorbereitung, um künftig uns und unsere Kinder in Kriege zu schicken. Aktuell steigen mit dem Krieg im Nahen Osten sofort die Preise für Benzin. Schon wird von höherer Inflation gesprochen.
Diese Entwicklung machen wir nicht mit!
Aufrüstung und Kriegswirtschaft sind gegen die Interessen der Kolleginnen und Kollegen und unserer Familien und widersprechen unseren gewerkschaftlichen Zielen. Unterstreichen wir unsere Losung “Kampf um jeden Arbeitsplatz!“ und setzen wir uns aktiv für unser Ziel „Frieden, Abrüstung und Völkerverständigung“ ein (IGM-Satzung unter § 2 Aufgaben und Ziele der IG Metall). Und wir rufen den IG-Metall-Vorstand, den Betriebsrat und alle Mitglieder auf: Nein zum Umbau auf Kriegswirtschaft!”
Ausgefüllte Unterschriftenliste bitte als PDF an: ifabvw@sagtnein.org
Unterschriftenliste_Nein zur Kriegswirtschaft
IG Metaller gegen Kriegsproduktion
In der IG Metall regt sich zunehmend Widerstand gegen die rasante Militarisierung der Autoindustrie in Deutschland. Nach einem Beschluss der gewerkschaftlichen Vertrauensleute in den Kölner Ford-Werken unter dem Titel »Nein zur Kriegswirtschaft – Wir geben unsere Kinder nicht für Kriege« von Ende Januar zogen Mitte März Kollegen des Autozulieferers ZF Hannover mit einer Erklärung »Unsere Arbeit für das Leben, nicht für den Krieg« nach. Sie ist unterzeichnet von Vertrauenskörperleiter Orkan Firat und Betriebsratschef Jens Schäfer. Schließlich verabschiedeten Metaller aus verschiedenen Volkswagen-Werken ebenfalls im März eine Resolution gegen den »Umbau auf Kriegswirtschaft«.
Sie alle eint die Empörung, dass mit den Versprechen von sicheren Arbeitsplätzen durch Rüstungsaufträge die »Existenzängste der Beschäftigten« in der Metallbranche ausgenutzt würden. Darüber hinaus warnen die Kölner Ford-Arbeiter: »Aufrüstung sichert nicht den Frieden, sondern bereitet Kriege vor.« Dann würde im Notstandsfall das Streikrecht ausgehebelt und eine Arbeitspflicht käme zum Tragen, inklusive starker Ausdehnung der Arbeitszeiten. Der Tod im Schützengraben nutze allein den »Interessen großer Kapitaleigner«, so der Beschluss aus der Domstadt. Die Metallgewerkschafter von Ford, ZF und VW mahnen überdies die Satzung der IGM an: Dort bekenne man sich zu »Frieden, Abrüstung und Völkerverständigung«.
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